KünstlerMuseum ° Günther Beckers

Eingesmischt...

 

 
Aachen verfügt über das schönste Reitstadion der Welt, hört man - nicht aber über das schönste Fussballstadion: den Tivoli. Nun gut - und der alte, der Schöne, ist eingeebnet. Aachen verfügt (e) über eine der grössten Kunstsammlungen, der Sammlung Ludwig. Aachen hätte bei 130 Millionen Budget Euregionale 2008 zweimal über ein Kulturzentrum Bushof, Kunst, Musik, Literatur verfügen können. So what?
 
 
 

Kultur-, Kongress- und Kommunikationszentrum Aachen

Eine Idee von Günther Beckers

Entwurf eines kulturellen Zentrums für Aachen - aus Künstlersicht, als einem der Schlüssel zu kultureller Neupositionierung der Künste.

 

Ausgangspunkt seiner Idee war das alte Kurhaus, das früher einmal die "Neue Galerie, Sammlung Ludwig" beherbergte. Der Künstler schlug 2007 eine Restaurierung des ehemaligen Kunstinstitutes im Rahmen der Euregionale 2008 vor, um Teile der Sammlung Ludwig museal adäquat, am richtigen Ort, wieder aufzunehmen, mit einem kleinen, klimatisiertem Anbau. Über eine "Buslinie" wäre eine Verbindung zum Ludwig-Forum als "Kunsthalle für zeitgenössische Kunst" leicht realisierbar. Das Konzept greift immer noch. Doch allein die Tatsache, dass Frau Ludwig der Stadt keine weiteren Kunstwerke vermachte, weil die Stadt eben nicht tätig wurde, lässt den so entstandenen Schaden heute als immens und irreparabel erscheinen.

 

Für eine der exponiertesten Lagen der Stadt Aachen, dem alten Kurhaus in Kombination mit dem angrenzenden Bushof  entwarf der Künstler Günther Beckers im gleichen Jahr noch, ausgehend von seiner "Vision eines Gesamtkunstraumes", eine modulare Architektur für ein Zentrum der Kultur, dass alle künstlerischen Disziplinen, wie die bildende Kunst, Musik, Literatur und andere zu einer Einheit verwob. Zu dem werden die zahlreichen Forderungen verschiedener Gruppierungen einen "eigenen Musentempel" zu haben mit in seinem Konzept berücksichtigt, wie ein "Haus der Musik" oder ein "Mies van der Rohe-Museum", ein "Haus des Tanzes" und andere. 

Mediale wie wirtschaftlich, kulturelle Aspekte eines solchen Zentrums wurden über eine "Mehrzweckhalle" wie über Kongressräume angegliedert. Details auf Anfrage. 

 

 

 

 

Vom Tod einer Kunststadt.
Eine "schöne Idee" und ihr Ende. Abschied in die Provinzialität.

Mit einigen Kunststädten ist der Name des Kunstsammlers Ludwig und seiner Frau international verbunden. Mit seiner Heimatstadt Aachen heute eher ambivalent. Es war Ludwig, der Aachen mit der Neuen Galerie Sammlung Ludwig 1970 in die Kunstwelt katapultierte. In einem Atemzug mit New York, Venedig, Paris, Moskau oder Peking wurde sie genannt. Der Grund: Ludwig präsentierte alle Neuerwerbungen als erstes in Aachen. Als es in Aachen in den Achtzigerjahren um einen Museumsneubau ging, kamen gleich mehrere Standorte in Frage, beispielsweise ein Neubau an der Monheimsallee oder ein Umbau einer Schirmfabrik an der Jülicherstrasse. Der Neubau wurde abgelehnt. Es entstand das Ludwig Forum. 

Es war ein Forum, kein Museum. Für "grosse Ausstellungen grosser Namen" ist es aus versicherungstechnischen, weil ohne Klimaanlage und anderen Gründen ungeeignet. 2012 wurde es teilklimatisiert. Sein Standort bleibt falsch. Als Ludwig gar seine Picassosammlung Aachen anbot, lehnte man diese und einen Neubau ab. Sie ging nach Köln. Die "Bürger" Aachens lehnten ein Bauhaus Europa neben dem Dom ab, dass einige auch eher als "Ludwigmuseum" oder "Museum für zeitgenössische Kunst" sahen, gleich neben der Domschatzkammer. Es passte konzeptionell nicht, gleich wohl nur 3 Millionen gefehlt hätten. Das "Verwaltungsgebäude" wurde unter Denkmalschutz gestellt, und wird nun vermutlich in naher Zukunft mit einem ähnlichen, wie dem abgelehnten Konzept eröffnet werden und ähnlichen Folgekosten, nämlich 2 Millionen.

Als man öffentlich zu einer neuen Ideenrunde im Rahmen der Euregionale 2008 ( Budget 130 Mio ) aufrief, kam von Seiten des Künstlermuseums Beckers ° Böll, Aachen die Idee, das Alte Kurhaus als funktionstüchtiges Museum zu reaktivieren mit einem kleinen Neubau als Anbau. Eine weitere Idee des Künstlers Günther Beckers fand unter Einbeziehung des "Bushofareals" mit angrenzender Bibliothek und Platz für ein Haus der Musik ihren Schlusspunkt als "Kunst-, Kultur und Kommunikationszentrum" im Herzen Aachens meldete die Presse. Eine geniale Idee, wie einige fanden, wäre sie doch die Lösung vieler "Forderungen" für neue Häuser, regionalem wie internationalem Zuschnitts gewesen, zu mal in einer Kooperation mit auf Gewinn schauender "Wirtschaft und Konsumkultur". "Das Zentrum hätte zweimal realisiert werden können", so der Künstler. Bis auf ein Gespräch mit dem damaligen OB fand kein einziges weiteres Gespräch statt - kein einziges.

Ludwig verstarb 1996 und seine Frau führte die "Sammlung" weiter bis zu ihrem Tode 2010. Die "Bushof-Idee" von Beckers, schlussendlich auch in Kooperation mit "Vertretern der Wirtschaft", die hier auch eine Multifunktionshalle, eine Medienhalle mit einbrachten und einen Investor mit 100 Millionen, ist nun auch gestorben. Ein  Anteil des Bushofes wurde an einen Aachener Investor verkauft.

Fazit: es entstand kein einziges funktionierendes Museum zwischen 1970 und 2010. Es entstand gar nichts, wohl eine "Route Charlemagne". Die Folge: Das Sammlerehepaar übergab Grossteile der Sammlung nach Köln und anderswo. Das Suermondt-LudwigMuseum, eher ein Heimatmuseum, wurde bedacht. Aachen, dem Forum bleiben 62 Signetwerke. Zu wenig für ein Museum für zeitgenössische Kunst um zu leben. Zu viel, um zu sterben? 

Der Künstler Günther Beckers erinnerte noch des öfteren an die Lösung des "Alten Kurhauses mit Anbau" ( 5 Mio ), konzeptionell neu überarbeitet, wie man weiß. Wie gross der entstandene Schaden wirklich ist für Aachen, ihr schleichender Tod als Kunststadt, ihr Abschied in die Provinzialität, das mögen die verantworten, die aus "Arroganz, Ignoranz, Opportunismus", aus "kleinkariertem, provinziellem Denken und Inkompetenz heraus", wie man auch hört - und da gehören, wie ich meine, sehr viele zu - alles ablehnten.

Doch des Pudels Kern scheint seit Anfang der Neunzigerjahre eher zu sein: man weiß "politisch", "kulturell" mit all den leerstehenden, alten Häusern nichts so recht anzufangen, pfropft ihnen Ideen auf. Dass sie, die Verwaltung, die "Kulturmacher" ihre Ideen, "Machwerke, Kulturwerke" als "genial" einstufen, selbstredend, wie man auch hört. 

Man kann Ludwig durch aus kritisch sehen, das tue auch ich, eine kunsthistorische Frage, aber wer so etwas macht, im Grunde internationale Kunst und Künstler "tot" zensieren, was macht der selber, was stellt der auf die Beine um Tourismus, Attraktivität buhlend? Antwort: eine Nulllösung! ( und bewirbt sich anschließend als Kulturhauptstadt Europas ) Das habe ich ja noch nie gehört, Teil II. Für die schlichteren Gemüter: Manche wollen die Wurst ohne das lästige Schwein! ( ... und das kann man manchmal, je nach Sicht, durchaus wörtlich nehmen ) Fachleute beziffern den entstandenen Schaden vorsichtig auf eine Milliarde Euro.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit
Günther Beckers, Künstler